| Jagdrecht & Jagdsystem
Das in Österreich geltende Jagdsystem ist ein auf dem Grundeigentum basierendes Revierjagdsystem. Das Jagdrecht in Österreich ist laut Bundesverfassung den Ländern überlassen, das heißt, es gibt für jedes der neun Bundesländer ein eigenes Jagdgesetz mit dazugehörigen Durchführungsverordnungen. Auch wenn immer wieder Stimmen laut werden, die nach einem Bundesjagdgesetz rufen, die geo- und topographische Unterschiedlichkeit und die Vielfalt von Landschaft, Flora und Fauna bestätigen eindeutig das föderalistische Prinzip.
Wer Grund und Boden hat, ist in Österreich Jagdherr, will heißen, wer mehr als eine gewisse Anzahl an Hektaren (Minimalgrößen zwischen 115 und 300 Hektar, verschieden je nach Bundesland) sein Eigen nennt, zählt zu den Eigenjagdbesitzern und darf, sofern er eine Jagdkarte besitzt, selbst jagen beziehungsweise sein Jagdrecht verpachten. Wer weniger als diese Fläche besitzt, wie zum Beispiel der Großteil der Landwirte, wird mit anderen Besitzern im jeweiligen Gemeindegebiet zu so genannten Genossenschaftsjagden zusammengefasst. Oberster Grundsatz in nahezu allen Jagdgesetzen der österreichischen Bundesländern ist es, "einen gesunden und artenreichen Wildstand unter Berücksichtigung der Interessen von Land- und Forstwirtschaft zu erhalten".
Hauptwildarten und Strecken
Zweifelsohne ist das Rehwild die weitest verbreitete Wildart Österreichs und damit auch die wirtschaftlich bedeutendste. In der Bewertung folgen Rotwild und Gamswild, zunehmend auch das Schwarzwild. Steinwild, Damwild, Muffelwild und Sikawild kommen in freier Wildbahn nur sporadisch vor.
Von jagdlicher wie wirtschaftlicher Bedeutung ist, insbesondere im Osten Österreichs, das Niederwild. Bei den Besatz- und Abschusszahlen her liegt das Bundesland Niederösterreich (flächenmäßig das größte) an der Spitze. In den letzten Jahrzehnten litt wie nahezu überall in Europa der Niederwildbesatz unter einer überintensivierten Landwirtschaft und einer dramatischen "Vermehrung" der Straßen- und Wegeflächen, was zu starken Einbußen geführt hat. Erst in den letzten Jahren sehen die Niederwildbewirtschafter in den Stilllegungsprogrammen der EU, unterstützt durch intensive Hegemaßnahmen der Jäger, eine neue Chance für das Niederwild.
Natur- und Umweltschutz
In Österreich wird die Jagd nach modernen Grundsätzen praktiziert, was in weiten Teilen der Bevölkerung insgesamt akzeptiert wird. Man sieht die Jagd nicht allein als "lustbetontes Töten", nicht allein als Sport, nicht allein als Wirtschaftszweig, nicht allein als traditionsverhaftete Tätigkeit, und auch nicht allein als Vergnügen.
Durch aktive Öffentlichkeitsarbeit in Richtung Wildfleisch-Direktvermarktung wird die Jagd zusehends wiederum als Wirtschaftsform zur "Erzeugung von hochwertigen Lebensmitteln" gesehen.
Quelle: http://www.weidwerk.at/html/jauwi.htm
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